Der alte Affe Angst und wie man ihn los wird

Ein bisschen Angst ist okay, Angst- oder Panikattacken nicht. In unserer kleinen Reihe zum Gehirn und wie es zu unserem Verbündeten werden kann, geht es heute um das Thema Angst und wie man sie loswerden kann. Angst ist zunächst sinnvoll, ein erlerntes Verhalten, eine Gewohnheit die uns hilft, Gefahren aus dem Weg zu gehen. Nicht selten ist sie aber auch eine Antwort auf Stress oder traumatische Erfahrungen. Dann wird Angst zu einem Automatismus, der lähmt.

Ängste sind immer mit Wahrnehmungen verbunden, die als Auslöser fungieren. In den meisten Fällen sehen, hören oder fühlen wir etwas, das ein Angstgefühl auslöst. Diese Verbindung zwischen Wahrnehmung und emotionaler Reaktion ist ein im Gehirn fest verankerter Mechanismus, der sich allein durch Vernunft nicht lösen lässt: Auch wenn die Wahrscheinlichkeit einer Haiattacke in der Ostsee gleich null ist, wird der Schatten im Wasser die Angst triggern. Ähnliches gilt für Angst vor Bewerbungsgesprächen, Vorträgen oder anderen sozialen Situationen. Solche Angststrukturen können übermächtig werden und nicht nur soziale Beziehungen stören, sondern auch den Körper schädigen.

Die Wahrnehmungen, die Angstattacken auslösen, brauchen nur Bruchteile einer Sekunde und schon wird Angst ausgelöst. Dies erscheint meist als eine köperliche Situation, wie Schwitzen, Herzrasen oder Kribbeln im Bauch. Tatsächlich sind die Auslöser aber mehrere: Eine Kette von Gedanken, Wahrnehmungen, Assoziationen und dem Körpergefühl. Wenn diese Kette von Auslösern einmal bewusst und verstanden wird, dann kann der Kettenreaktion Einhalt geboten werden.

Wir wissen, dass solche Automatismen auf synaptischen Verbindungen beruhen, die über die Zeit immer stärker werden. Mit jedem neuen Auslöser verstärkt sich die Angststörung. Diesen Automatismen sind wir nicht ausgeliefert, denn man weiß, dass das auch Gehirn lernfähig ist. Es ist möglich, die Aufmerksamkeit auf die Auslöser solcher Attacken zu lenken und sie zu stoppen. So wird eine neue Gewohneit entwickelt, die die alte angstauslösende Gewohnheit überschreibt und sie wirkungslos werden lässt. Dies ist möglich durch mentale Stopp-Techniken und dem Überschreiben von Wahrnehmungsmustern wie z.B. Neuroimagination® oder auch durch medizinische Hypnose. Angst muss nicht sein: Zu den Techniken und Möglichkeiten beraten wir sie gerne.

 

 

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