Frei atmen – Resonanz als Weltbezug

Und noch immer beschäftigt uns das Thema Resonanz. Im Grunde ist es genau das, was wir mit unserer Arbeit erreichen möchten: Wir wollen Menschen wieder in ein gutes Verhältnis mit sich selbst und der Umwelt, also in ein resonantes Weltverhältnis bringen. Dazu gehören viele Komponenten, wie z.B. sich selbst spüren lernen, die Signale des Körpers wahrnehmen und verstehen, die eigene Arbeit als sinnvoll und wirksam zu begreifen, soziale Beziehungen wieder frei und entspannt eingehen zu können. Alle diese Themen haben etwas mit Resonanz zu tun, denn es geht immer um Verhältnisse zu einem selbst, dem eigenen Körper, der Arbeit oder dem sozialen Umfeld. Diese Verhältnisse sind immer dynamisch, sie verändern sich mit der Zeit und Ereignissen.

Ein Beispiel für Resonanz ist das Atmen. Beim Atmen kann man gut sehen, dass wir selbst Resonanzkörper sind, die durch das, was um uns herum passiert, zum Klingen gebracht werden. Wenn uns vor Spannung der Atem stockt, dann reagiert unser Körper direkt auf etwas außerhalb seiner selbst: Der Atem stockt, wenn Hitchcocks Mörder hinter dem Duschvorhang erscheint oder wenn der Favorit kurz vorm olympischen Zieleinlauf überholt wird. Wir atmen schneller, wenn uns im Bewerbungsgespräch das Adrenalin in den Körper schießt oder wir schwingen uns gemeinsam ein im gelingenden Gespräch und atmen synchron mit dem Gegenüber. Wir stehen also in einem direkten körperlichen Verhältnis mit den Dingen, die um uns herum geschehen. Resonanz beschreibt genau das: Kein Mensch ist eine Insel. Das zu verstehen ist entscheidend, wenn es darum geht, Dinge zu verändern oder neue Haltungen zu entwickeln. Wenn wir entspannt und frei atmen können, sind wir im Einklang mit der Welt. Und das ist nicht nur ein schönes Bild, sondern eine klare körperliche Realität: Tief und frei atmen zu können ist ein Zeichen für die Qualität der körperlichen und geistigen Beziehungen.

 

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