In Bewegung bleiben – Resonanz spüren

Wir alle sitzen in diesen Tagen wie gebannt vorm Fernseher, fiebern mit den Athleten um jeden Meter, jede Bewegung, jeden Sprung. Nicht selten ertappt man sich bei ein paar Tränen der Freude oder Rührung, wenn das Ergebnis feststeht und die Medaille sicher ist. Sei es im Endspurt oder der Siegerehrung, selbst der Zuschauer wird im Sport körperlich und emotional ergriffen. Oft macht sich dann auch der Wunsch bemerkbar, das Sofa gegen die Joggingstrecke und den Rückenschmerz gegen frühere Elastizität zu tauschen. Auf der körperlichen Ebene heißt Resonanz sich selbst spüren, und zwar im Einklang mit der Umwelt. Dies geschieht nicht nur im Sport. Im Tanz ist es ganz besonders augenfällig, dass Resonanzerlebnisse Glück bedeuten. Bereits Babies lieben es, am Körper der Eltern getragen zu werden und so den Rhythmus des Lebens aufzunehmen. Solche Erfahrungen körperlicher Einschwingung werden im Sport verstärkt. Und gerade weil wir als Menschen Resonanzwesen sind, kann uns der perfekte Lauf der Olympioniken so tief berühren und inspirieren.

In der Bewegung liegt die Chance ein neues Lebensgefühl zu entwickeln und Resonanz im besten Sinn zu erfahren. Gerade in geistig anspruchsvollen Jobs oder in komplexen sozialen Situationen sind wir oft völlig verkopft. Der Körper ist eher ein Hindernis mit seinen Bedürfnissen und kleinen Wehwehchen. Diese Wahrnehmung haben wir lange kulturell eingeübt durch Sitzzwang in Schulen und Büros. Die olympische Euphorie zeigt jedoch: Der Körper will bewegt sein. Und in der Bewegung sieht das Büro und vielleicht auch der Kollege am anderen Schreibtisch plötzlich anders aus. Es muss nicht immer der perfekte Lauf sein, ein tiefer Atemzug, ein kurzer Spaziergang oder ein dynamischer Sitz am Schreibtisch können schon kleine Wunder wirken.

Und weil Olympia in Korea stattfindet: Dort beginnt man den Arbeitstag oft mit einer kurzen gemeinsamen Bewegungseinheit zur Einstimmung. Allein oder mit Kollegen – wie wäre es mit einer Runde Tai Chi nach dem zweiten Frühstück?

 

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