Konflikte lösen, wenn man keine Axt zur Hand hat, Folge 1

Konflikte haben viel mit unerfüllten Bedürfnissen und verletzten Grenzen zu tun. Viel schneller, als man glaubt, sind echte Verletzungen, aufkochende Emotionen und tiefsitzender Ärger im Spiel. Eigentlich möchte man einfach die Axt rausholen und das Gegenüber einen Kopf kürzer machen. Geht. Ist dann aber kompliziert. Wer hat schon Lust, das ganze Blut wegzumachen.

Es gibt durchaus ein paar saubere Lösungen für Konflikte oder wenigstens Strategien, zu einer Lösung zu gelangen. Wenn es z.B. um Grenzverletzung geht, des eigenen Lebensraums, der Gefühle oder eigenen Werte, dann gibt es Strategien, dem zu begegnen. Oft hilft es schon, solche Situationen frühzeitig zu erkennen, indem man sich für die eignen Wahrnehmungen und Körperraktionen sensibilisiert. Hier gilt es, in erster Linie auf die somatischen Marker, die Frühwarnsignale des Körpers zu achten. Das gelingt, wenn man nicht nur den Konflikt selbst und die Beteiligten beobachtet, sondern auch sich selbst. Was passiert, wenn ich das Gefühl habe, dass gerade meine Grenzen überschritten werde, oder ich an eine Grenze gerate? Wo liegen Grenzen und wie reagiert man, bei Überschreitung.

Das sind sehr individuelle Fragen, die sich am besten im Gespräch mit Unbeteiligten oder im Coaching reflektieren lassen. Es gibt verschiedene Typen von Menschen, die sich auch in ihren Grenzen gegenüber anderen Menschen, Meinungen und Herausforderungen unterscheiden. Grundsätzlich lassen sich drei Typen unterscheiden: Diejenigen, die nach Außen sehr starre Grenzen haben, um ihr Inneres zu schützen, diejenigen, die sehr diffuse Grenzen haben und so besonders offen, aber eben auch verletzlich sind. Und dann sind da noch diejenigen, die klare Grenzen haben, sich also im Mittelbereich bewegen. Wie jeder einzelne seine Grenzen baut, ist sozial und durch die eigene Biographie bestimmt.

Im Falle von Konflikten gilt es zu erkennen, wie man selbst „tickt“, welcher Grenztyp man ist. Dafür ist vor allem Selbstbeobachtung notwendig. Im nächsten Schritt geht es dann darum, die Situation zu verstehen und die Perspektiven derer, die involviert sind. Davon ausgehend, ist eine Kommunikationsform möglich, die ohne Gewalt auskommt. So muss man nicht dringend die Axt auspacken. Dazu mehr im nächsten Blog.

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