Konflikte lösen, wenn man keine Axt zur Hand hat, Folge 2

Auch heute geht es noch einmal darum, das Erschlagen von Mitmenschen zu vermeiden. Wie also geht die Kommunikation ohne Axt? Im letzten Beitrag ging es um jeden einzelnen, um Bedürfnisse und Grenzen. Zu verstehen, wo diese liegen, ist ein erster Schritt hin zur Lösung von Konflikten. Der Schlüssel zur Konfliktlösung liegt in einem Erkenntnisprozess. Hochkochende Emotionen machen blind und meistens auch etwas dumm. Es gilt also sowohl gegenüber sich selbst als auch gegenüber den anderen Beteiligten einen Schritt zurück zu tun und die Lage möglichst neutral zu betrachten: Wie verhalten sich die Beteiligten? Ist es ein offener oder unausgesprochener Konflikt, oder ist die Eskalationsgrenze bereits überschritten?

Diese objektive Beobachtung schließt sich an die in der letzten Woche besprochene Reflexion auf sich selbst an, auf die eigenen Gefühle und Bedürfnisse. Diese beiden Beobachtungen können dann verglichen und abgeglichen werden. So entsteht ein klares Bild davon, wer welche Interessen, Ängste oder Bedürfnisse hat. Idealerweise lässt sich aus diesen Erkenntnissen ein Gespräch entwickeln, in dem es auf Augenhöhe und ohne Aggression zugeht. Das funktioniert aber nur, wenn man erkannt hat, was der Grund eines Konflikts ist und welche Interessen im Spiel sind. Wie bereits erwähnt, ist das ein Prozess, in dem es darum geht, zu erkennen und zu verstehen. Dazu bedarf es einer Sensibilität für die eigenen Gefühle wie auch die Bereitschaft, sich in die Lage der anderen Beteiligten zu versetzen. Wahrnehmung und Beobachtung müssen an die Stelle von Affekt und Reflex treten.

Das ist nicht immer leicht, da Konflikte uns oft in sogenannte fight-or-flight Situationen bringen, in denen archaische Handlungsformen wie Flucht oder offener Kampf getriggert werden. Um das zu vermeiden lässt sich in letzter Instanz die von Marshall B. Rosenberg entwickelte Methode der gewaltfreien Kommunikation (GFK) anwenden. Zentral ist dabei zu verstehen, um welche Art des Konflikts es sich handelt und wie man dann auf Augenhöhe und ohne verletzend zu werden, kommunizieren kann. Dazu mehr im nächsten Beitrag.

 

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