Oh heiliges Detox Nr. 2

Über das Heilfasten lassen sich zwei Dinge ohne tiefere Einsicht in die Biologie des Menschen festhalten. Zunächst das ernüchternde Faktum: Auf Nahrungsentzug reagiert unser Körper gerne mal ungehalten, denn er befürchtet Krieg, Hungersnöte oder irgendetwas anderes Lebensbedrohliches. In einer solchen Situation verfügen wir über körpereigene, völlig rezeptfreie Rauschmittel, die uns in einen euphorischen Zustand versetzen. Der Sinn der Sache ist, sogar in absoluten Grenzsituationen ein gewisses Maß an Handlungsfähigkeit zu behalten. Auch das sonst recht harmlos daherkommende Fasten ist bedeutet für unseren Körper letztlich eine solche Ausnahmesituation. Das führt zur überraschenden Energie und dem Wohlgefühl, was sich beim Fasten einstellt.

 

Es gibt aber auch gute Gründe für das Fasten. Der menschliche Metabolismus stammt aus der Steinzeit. Seitdem hat sich unser Verdauungssystem kaum verändert. Selbst die Fähigkeit, über das Säuglingsalter hinaus Milch zu verdauen, hat sich genetisch nur teilweise durchgesetzt. Mit Sicherheit kann man sagen, dass unsere regelmäßige Ernährung und die dauernde Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln ein kulturell extrem junger Zustand ist. Unsere Verdauung ist im Grunde darauf ausgelegt, immer mal wieder dürre Phasen überbrücken zu können. Längere Zeiten ohne Nahrung waren der Normalzustand für diese Art von Organismus. Dann greift dieser nämlich auch auf die in fetten Zeiten angelegten Fettpölsterchen zurück, die sonst hartnäckig verweilen. In diesem Sinne sind Fastenkuren egal welcher Länge nichts Unnatürliches, im Gegenteil, Sie aktivieren die Selbsterhaltungskräfte.

 

Dazu nun meine versprochenen eigenen Erfahrungen, die ich noch aus der Fastenklinik schreibe:

Der Umgang mit Hunger, Unwohlsein und nicht erfüllten Bedürfnissen war für mich zum Teil sehr herausfordernd und das so häufig beschriebene Hochgefühl wollte sich nicht wirklich einstellen. Dem entgegen steht allerdings das wieder neu entstandene Gefühl des sich unbelasteter Fühlens, ein bisschen Stolz und vor allem eine tiefe Zufriedenheit.  Mein Körper erlebt eine bessere Beweglichkeit und Spannkraft, was sich natürlich auch geistig emotional auswirkt. Z.B. haben nicht geklärte Projektideen Raum und Klarheit bekommen.

Aus meiner jetzigen Wahrnehmung hat es sich sehr gelohnt, diese 10 Tage Auszeit zu nehmen- für mich vor allem wegen des Verzichts auf den in unserem Umfeld z.T. so überkultivierten Faktor Ernährung.

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